Mittwoch, 14.09., Seetag 1 (auf dem Weg nach Zeebrügge)

Meine Seetage bei Kreuzfahrten laufen meistens gleich ab. Am Morgen ein wenig länger schlafen, danach um ca. 09.00h ein entspanntes Frühstück. Ab ca. 10.00h frische ich während rund einer Stunde in der Bibliothek – wo es sehr ruhig und meist menschenleer ist – meine aktuellen Lerninhalte hinsichtlich Chinesisch auf. Danach, ab rund 11.30h, verweile ich während rund 90 Minuten im Fitness-Center. Da zu dieser Zeit die meisten Menschen bereits an den Lunch denken, ist es auch hier eher leer. Auf der SS Splendor liegt der Fitnessraum wunderbar im 6. Stock, ganz am Schwanz des Schiffes mit grossen Fensterfronten. Man fühlt sich während des Radfahrens resp. an den übrigen Geräten direkt und ohne Abstand mit dem Meer verbunden. Bis jetzt war ich jeden Tag rund 1 1/2 Stunden dort. Gegen 13.30h esse ich im Pool-Grill, oben, im 11. Stock, ein Sandwich. Der Nachmittag dient dem Lesen, Schreiben oder einfach “relaxen”. Die gestrige Wettervoraussage traf voll ins Schwarze. Während der Nacht war es “very bumpy”, was übersetzt heisst, dass das Schiff ob des heftigen Seitenwindes und ca. 3 – 4 Meter hohen Wellen stark rollte und schwankte. Gleiches heute Vormittag. Nun hat es tatsächlich Ruth erwischt. Sie ist seekrank. Das äusserst sich in Unwohlsein, Kopfschmerzen und vor allem ist es einem “speiübel”. Ich hatte das am eigenen Leib vor 3 Jahren zwischen Halifax und New York auf der Queen Mary 2 erlebt, weiss also, wie total elend es sich anfühlt. Gerade haben wir uns bei der Reception Anti-Seekrank-Pillen besorgt in der Hoffnung, dass es Ruth damit im Laufe des Nachmittags besser gehen wird zumal für uns heute Abend im fernöstlichen Spezialitätenrestaurant “Pacific Rim” 2 Plätze reserviert sind. Es gibt für mich nichts Besseres als asiatische Küche. Allerdings bewegen sich auf der SS Splendor Vielfalt und Qualität aller gereichten Speisen (und Getränken) auf sehr hohem Niveau. Ich selbst fühle diesmal glücklicherweise überhaupt keine Seekranksymptome. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, hat sich der Wellengang sogar leicht beruhigt.

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