19.-21. April, Tokyo

Strahlender Sonnenschein heute Morgen bei der Ankunft im Hafen von Yokohama. Der erste Blick nach aussen offenbart bereits das Gigantische, was uns in den nächsten Tagen auf Schritt und Tritt begleiten wird.

Blickrichtung Tokyo vom Anlegepunkt im Hafen von Yokohama
Ganz hinten erkennt man die Umrisse des Mount Fuji.

Das Ausschiffen verlief relativ zügig und selbst die Grenzkontrolle war speditiv. Später per Taxi zu unserem Hotel (Nikko Grand, Daiba) zeigt sich bereits das enorme Verkehrsaufkommen, vor allem wegen des Schwerverkehrs. Als Tourist bewegt man sich in dieser Stadt am besten mittels dem weit verzweigten und alles in allem hervorragend funktionierenden Bahnsystems. So gelangten wir in ca. 45 Min. von unserem Hotel erstmal nach Shibuya. Das ist der Platz mitten im Herzen der Stadt, den man im TV immer im Zusammenhang mit Tokyo sieht, wo es etwa 6 breite Fussgängerstreifen hat, die – bei Grünphase – von x-100erten von Leuten überquert werden. Einmal im Leben muss man einfach mal diese Zebrastreifen passiert haben.

Zebrastreifen in Shibuya (1)
Zebrastreifen in Shibuya (2)

Tokyo ist eine gigantische Stadt. Ja, es ist die Grösste, in der wir je waren (ca. 37 Mio. Menschen leben im Ballungsraum —> Wahnsinn). Überall hat es Menschen, Menschen, Menschen. Auch die legendäre “Druggede” in der Metro erlebten wir bereits am ersten Tag hautnah. Aber alles läuft sehr diszipliniert; Egoismus mag hier ein rares Fremdwort sein. Etwa 80% der Leute laufen – ob drinnen oder draussen – noch mit Maske umher. Seit Tagen leide ich unter einer hartnäckigen Stirnhöhlen-Enzündung; mein Kopf brummt wie ein Bienennest. Deshalb sind wir relativ früh wieder zurück im Hotel. Linderung verschafft u. A. der grossartige Ausblick aus dem 23. Stock auf einen Teil der nächtlichen Skyline.

Tokyo by night.

Ein weiterer Frühsommertag erwartet uns am Donnerstag. Wir fahren zum Asakura-Schrein der eine wichtige Kulturstätte darstellt. Dabei erleben wir einmal mehr “hautnah”, wie es sich – eingepfercht wie in einer Sardinenbüchse – am Rande der morgendlichen “rush hour” in der Metro anfühlt. Es sind – oh Wunder – schon sehr viele Leute beim Schrein (die nachfolgenden Fotos vermitteln einen anderen Eindruck). Rund herum hat es viele Shops und wir nehme die Gelegenheit wahr, für unsere Enkelkindern etwas ganz typisch Japanisches zu erwerben. Hoffentlich haben sie – resp. ihre Mütter – Freude daran…

Beim Asakura – Schrein.
Am Eingang des Schreins.
Der Eingang aus einiger Entfernung.

Danach spazierten wir ein wenig im nahe gelegenen Park; der Tokyo-Tower stets in Sichtweite.

Der Park gleicht ein wenig unserem geliebten Regents-Park.

Weiter ging es zum Hauptbahnhof von Tokyo. Das Bauwerk wurde vom gleichen Architekten entworfen, der auch das Parlamentsgebäude in Taipei schuf. Wahrscheinlich dominierte dieser Komplex hier in Tokyo vor 50 Jahren die Gegend. Nun wurde er mannigfaltig von Dutzenden von Wolkenkratzern überholt. Irgendwie hat das Gebäude doch seinen Charme erhalten können.

Von einem Balkon einer Shopping-Mall sieht man den oberirdischen Eingang zum Bahnhof. Die meisten Leute kommen allerdings via unterirdisch gebaute, grosse Gänge zu den Geleisen. Auch der motorisierte Verkehr ist äusserst moderat, dafür kommen unten gleich etwa 5 U-Bahnlinien dort vorbei. Wir hatten echt Mühe, uns “unter der Erde” in all den grossen Hallen und Gängen zurecht zu finden. In der Mall, von wo das Bild stammt, sind auf 5 Stockwerken viele spezialisierte Läden beheimatet. Ruth war rund 1 Stunde damit beschäftigt, allerlei Tüchlein, Socken und sonstig Stoffartiges zu “posten”.
Der japanische TGV, genannt “Shingkansen” wartet auf das Abfahrtsignal. Er braust jeweils mit bis zu 500 KM/H Richtung Kyoto oder Osaka.

Unser Abreisetag startete für mich mit einer Fitness-Session im Hotel- eigenen Fitness-Center. (Unser Rückflug ist erst auf 21.50h Ortszeit terminiert —-> mit Finnair über den Nordpol nach Helsinki in 13 Stunden und nach 3 Std. warten Weiterflug für weitere 2 Std. nach Zürich, Ankunft, Samstag um 09.45h). Nach ausgiebigem Frühstück sind wir etwa 3 Stunden in der Gegend, wo unser Hotel liegt, spazieren gegangen. Wir bewegten uns inmitten eines ultra-modernen Geländes, wo schwerpunktmässig Forschung im Bereich neuer Technologien stattfindet. Alles ähnelt dem Novartis-Campus bei uns. Es herrschten abermals früh sommerliche Temperaturen.

Nach einem letzten Blick zur Rainbow-Bridge fahren wir mit dem Shuttle-Bus zum Haneda-Flughafen.

Diese Zeilen schreibe ich am Abend in der Sky-Lounge des Flughafens, wo es eine super-schnelle Internet-Verbindung gibt (5x schneller als bei uns Zuhause, was etwas heissen will….). Endlich konnte ich damit auch den 10-minütigen Film der Strassenszene in Saigon hochladen und publizieren. Allen Leserinnen und Lesern empfehle ich, sich diese 10 Minuten (inkl. Ton) ausführlich zu Gemüte zu führen.

Japan hat uns sehr gefallen. Stichworte sind (nicht abschließend): Höflichkeit, fehlender Egoismus, Sauberkeit, WC-Kultur, Infrastruktur, vornehme Zurückhaltung, wohlerzogene Kinder.

Das Fazit dieser Reise ist äusserst positiv. Natürlich spielt dabei eine grosse Rolle, dass wir stets sehr komfortabel, teils luxuriös gewohnt haben, und dadurch die Unbill, deren man in Asien fast zwangsläufig stets ausgesetzt ist, meist elegant umschiffen konnten.

Unsere nächste, grössere Reise führt uns Mitte Juli 23 nach Süd-England und von dort mit der Queen Victoria von Cunard während 10 Tagen zum Ziel Norwegische Fjorde und zurück bis nach Hamburg (und von dort weiter per Bahn nach Hause).

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