Dienstag, 13.09., Kopenhagen

Kopenhagen ist etwas ganz Besonderes für mich. Nämlich die zweitmeiste bereiste europäische Stadt (nach London). 1971, meine erste Auslandsreise mit 2 Kollegen, führte uns direkt von Basel im Nachtzug nach Hamburg und von dort weiter nach Kopenhagen, wo wir in der Jugendherberge übernachteten. Seither bin ich mehr als 10x hier gewesen, zumeist beruflich, jedoch auch mal mit Ruth und den Kindern. Heute empfing uns die Stadt nach dem Durchzug einer Kaltfront mit klassischem Rückseitenwetter. Also zumeist sonnig aber mit strammem Wind aus Nordwest. Wir buchten eine Kanalfahrt und verließen danach die Gruppe, und bewegten uns individuell weiter. Ein paar Impressionen von der Fahrt auf den Kanälen.

Touristen bewundern und fotografieren die weltberühmte „Mermaid “ von Kopenhagen.

Danach bewegten wir uns auf der Haupteinkaufsstraße “Stroget”

zum obligaten Bild vom Rathaus

Rathausplatz
Impressionen von einer Fussgängerzone

Zurück auf dem Schiff orientierte der Kapitän, dass uns während der nächsten 2 Seetage (bis wir in Zeebrügge sind), wettermässig stürmische Zeiten erwarten. Schauen wir mal, wie seeresistent Ruth und ich sind.

Montag, 12.09., Warnemünde (Rostock), Deutschland

Heute haben wir keinen Ausflug gebucht sondern sind während rund drei Stunden buchstäblich “auf eigenen Füssen” unterwegs. Warnemünde ist ein klassisches Ostseebad. Es gibt mit dem West – und dem Oststrand zwei kilometerlange Sandstände. Dort hat es u.A. spezielle Abschnitte für Hunde, für FKK-Liebhaber(innen) und natürlich Strandkörbe so weit das Auge reicht. Am Vormittag schlendern und stapfen wir auf dem Weststrand der vom berühmten Neptun-Hotel beherrscht wird. Gebaut 1971, ein Prestigeobjekt der DDR, das luxuriöseste Hotel Ostdeutschlands zu jener Zeit. Vornehmlich Stasi-Kader und ihre Familien waren die Gäste jenes über 300 Zimmer zählenden Hotels. Auch heute ist es noch ein 5-Stern Hotel mit großem Wellness Bereich etc.. Optisch jedoch vermag es trotz umfassender Renovierung sein sozialistisches Antlitz irgendwie nicht zu verbergen.

Am Nachmittag laufen wir ein wenig am Oststrand, der viel stiller wirkt , herum, sowie bis zur Ostmole (das östliche Eintrittstor zum Hafen von Rostock/Warnemünde). Morgen Dienstagvormittag ist in unserem nächsten Ort – Kopenhagen – Regen angesagt. Wir hätten eigentlich eine Stadttour per Velo geplant, gehen aber der Wetterprognose wegen nun auf eine Bootstour im “Schärme”. Vielleicht hellt es am Nachmittag auf und wir können noch was Aktives unternehmen.

Samstag, 10.09. Klaipeda, Litauen

Heute empfängt uns ein grau verhangener Himmel mitsamt strammem Südostwind bei rund 14°. Klaipeda ist der einzige Hafen des Baltikums, der im Winter stats eisfrei bleibt. Deshalb ist es der größte Umschlagsplatz aller 3 baltischen Staaten und zudem lokaler Wirtschaftsträger Nr. 1. Klaipeda war während des 2. Weltkriegs Frontstadt sowohl der Nazis, wie auch der Russen. Im Frühjahr 1945 vollständig zerstört und es lebten zu dem Zeitpunkt gerade mal noch 17 Personen hier. Somit gibt es auch nichts Großartiges zu sehen. Wir unternahmen eine geführte Velotour in die Dünenlandschaft und kurz in das Stadtzentrum (von Altstadt kann man nicht sprechen, siehe oben). Es gibt eine mehr als 50 KM lange Dünenlandschaft, die erst an der Grenze der russischen Enklave Kaliningrad endet. Litauen ist das am meisten unterentwickelte Gebiet der 3 Staaten des Baltikums, und das sieht man auch deutlich. Die Velotour war soweit nett, allerdings verfügten längst nicht alle Teilnehmer über die nötige Agilität und somit kam das Ganze einem Ausflug des Altersheims Käppeli aus Muttenz doch sehr nahe……. Wir genossen am Abend ein fantastisches Dinner im französischen Restaurant “Chartreuse”.

Ruth is ready to ride
Die SS Splendor im Hafen von Klaipeda

Freitag, 09.09. Riga, Lettland

Auch Riga empfängt uns bei wolkenlosem Himmel, jedoch steifem Wind aus östlicher Richtung. Riga ist die größte Stadt der 3 baltischen Staaten. Sie hat in etwa die Grösse von Basel. Auffallend sind die vielen Jugendstil – Häuser (siehe nachfolgende Impressionen). Auch hier spürt man die traumatisierenden Erinnerungen an die russische Herrschaft bis 1991. Die Reiseführerin spricht sehr viel (zu viel), schweift zudem immer wieder in die Vergangenheit ab. Ähnlich wie in Estland, leben hier von den 1.1 Mio. Einwohner(innen) rund 40% russisch Sprachige und verursachen damit ebenfalls gesellschaftspolitische Spannungen. Wahrscheinlich werden wir morgen in Litauen Ähnliches hören.

Donnerstag, 08.09. Tallinn, Estland

Der Herbst hat Einzug gehalten. Bei rund 8° beginnt unsere Velotour in einer Parklandschaft ausserhalb Tallinns. Hier gibt es auch ein Freiluftmuseum. Sehr ähnlich zu dem, was man bei uns aus Ballenberg kennt. Die Reiseführerin spricht viel, wie ein Wasserfall. Auch Politisches und man fühlt die nach wie vor sehr stark vorhandenen Ressentiments gegenüber Russland. Estland ist erst seit 30 Jahren “befreit”. Jedoch sind noch rund 30% der Einheimischen russisch sprachig und dementsprechend von der aktuell überbordenden Propagandamaschinerie Russlands übermässig beeinflusst. Letztlich eine massive Belastung für das generelle Zusammenleben der estnischen Bevölkerung. Tallinn selbst hat eine pittoreske Altstadt mit unzählig vielen Restaurants. Selten habe ich je eine Altstadt gesehen, wo praktisch jedes Haus im Parterre aus einem Restaurant besteht. Nachfolgend ein paar Impressionen.

Das Rathaus
Der Rathausplatz
Eine der vielen Gassen

Kurz vor 16.00h gleiten wir langsam aus dem Hafen in Richtung Riga (Lettland), wo unser Schiff morgen Freitag kurz vor Mittag festlegen wird.

Mittwoch, 07.09. Helsinki

Der Tag begann frühmorgens wiederum mit einem Frühstück in unserer Suite; Meines Geburtstages wegen zusätzlich mit je einem Glas Champagner. Die vierstündige Stadttour in Helsinki war in jeder Beziehung erfrischend. Ruth und ich waren früher bereits zwei Mal hier und entdeckten daher viele bekannte, aber doch leicht in Vergessenheit geratene Objekte wieder. Nachfolgend ein paar Impressionen.

Das bekannteste Fotoobjekt Helsinkis; die Domkirche
Die Hafenfront
Rock church
Sibelius Denkmal

Danach, bei der Rückkehr aufs Schiff war unsere Suite mit 5 Ballons und einem “happy birthday” – Banner hübsch geschmückt.

Leicht enttäuschend war später der Besuch beim Afternoon-Tea. Da liegen Welten zwischen dem Standard auf der Queen Mary 2 und hier. Tea time ist nicht so das Ding der Amerikaner…..

Zum Dinner – heute im asiatischen Restaurant „Pacific Rim“ – setzte man uns an einem mit Rosenblättern geschmückten Tisch.

Zu guter Letzt besammelte sich die ganze Service-Crew um uns herum mit einer kleinen Schokoladentorte samt drei Kerzen, und sangen happy Birthday.

Fast ein wenig „too much“ für mich.

Dienstag, 06.09., City-Tour Stockholm und “sail away” am Nachmittag

Der Tag begann mit einem Frühstück um 07.00h “en suite”, weil wir bereits um 08.20h bereit sein mussten. Die Tour “highlights of Stockholm” fand zu 95% in einem Bus statt, der ca. 50 Plätze hatte wobei nur rund 15 Personen daran teilnahmen. Bei wunderbarem, wolkenlosem Himmel sahen wir während 90 Minuten alle vorzeigbaren Höhepunkte von Stockholm, ausführlich erklärt und umschrieben von einem Reiseführer in Person. Ruth und ich waren in den letzten 30 Jahren schon zwei Mal hier und ausserdem ich beruflich x-Male. Wie immer, wenn die Sonne scheint, ist es fast überall wunderschön, und so auch in Stockholm, das uns in bester Erinnerung verbleiben wird.

Die “sail away” – Party um 15.00h wurde – wie immer auf Kreuzfahrten – durch Musik einer Band und viel “sprudelndem Getränk” begleitet.

Die Band spielt zum „sail away“

Es folgte eine rund 3-stündige wundervolle Fahrt durch die Schären rund um Stockholm hinaus auf’s offene Meer in Richtung Helsinki.

Blick von unserem Balkon

Wir assen am Abend im italienischen Restaurant an einem 2-er Tisch am Fenster hoch über den sanften Wogen der Ostsee. Traumhaft.

Montag, 05.09. Check-in auf MS Splendor

Nach kurzer aber ruhiger Nacht im Sheraton – Hotel reichte es vor dem Bus-Transfer zum Schiff noch für einen kleinen Spaziergang zum “Stadtshus”, dem wohl berühmtesten Fotoobjekt Stockholms. Hier finden u. A. jeweils die Feierlichkeiten bei der Vergabe der Nobel-Preise statt.

Danach dauerte der Bustransfer zum Hafen 15 Min. und ebenso schnell war das Check-in – Prozedere überstanden. Die SS Splendor umfassend zu beschreiben würde an dieser Stelle zu weit gehen. Bei Interesse rate ich der geneigten Leserin / dem geneigten Leser, diese Webseite zu besuchen. https://www.rssc.com/ships/seven_seas_splendor

Der Nachmittag war ausgefüllt mit Auspacken, Schiff erkunden etc.. Auch war genügend Zeit vorhanden, um das in jeder Beziehung grossartig ausgestattete Fitnesscenter ausgiebig zu nutzen. Der Abend endete im französischen Spezialitätenrestaurant “Chartreuse” mit einem leckeren Fisch-Menu (Dover sole). Morgen Dienstag um 15.00h ist “sail away” in Richtung Helsinki.

Sonntag, 04.09. Anreise nach Stockholm

Unsere Reise begann mit einem via GetTransfer.com organisierten, perfekt durchgeführtem Transfer zum Flughafen Zürich. Wir fliegen via London-Heathrow nach Stockholm, was eher ungewöhnlich ist, da es täglich 3 Direktflüge ex Zürich gäbe. Avios-Flugpunkte sei Dank, bleibt für uns keine andere, günstige, sinnvolle Alternative. Denn dank Avios fliegen wir sozusagen “gratis” in Business-Class nach Schweden. Nehmen allerdings dabei in Kauf, lange 5 Stunden im stets – so auch heute – überfüllten Heathrow-Airport – wenn auch ein wenig angenehmer zumindest in der BA-Lounge – auf den Anschlussflug warten zu müssen. Wir werden dann rund um Mitternacht im Hotel in Stockholm ankommen (sofern alles rund läuft).