Wenn nun fast alles, nämlich tausend Dinge von A wie Adressetiketten bis Z wie Zahnseide besprochen, abgewogen, gebucht, geimpft, eingekauft, initialisiert, eingetütet, organisiert und bezahlt sind, ist der finale Abreisetag nicht mehr weit. Jedes einzelne dieser “Dinge” liess bis anhin die (Reise)-Fieberkurve temporär aufflammen. Jetzt, heute, ist das Fieber persistent und hoch. ….
Die trockenen Fakten lauten so, wonach wir uns zwischen dem 03. Januar und dem 18. Mai 2024 auf eine Reise rund um die Welt begeben. Während 132 Tagen (06.01.-17.05.24) leben wir mit Ausnahme von 4 Nächten – siehe weiter unten – auf der SS Mariner von Regent Seven Seas.
Ab/bis Miami legen wir in 5 Kontinenten, 24 Ländern und 66 Destinationen an und sind zusätzlich insgesamt 55 Tage – ohne Anlandung – auf See. (Man findet viele weitere Infos auf der http://www.rssc.com – Webseite). Seit meinem Einstieg ins Berufsleben (als Lehrling im Reisebüro 1970) war eine Reise rund um die Welt stets ein Lebenstraum. 54 Jahre später wird er wahr; wirklich sehr aufregend! Ganz speziell freue ich mich auf Hawaii, die Südsee und Indien. In letzterer Destination werden wir das Schiff für 4 Tage verlassen und auf einer „overland tour“ Jaipur („the pink city“) und ein Reservat, wo es u. A. Bengalische Tiger hat, erkunden.
Ich werde kaum jeden Tag einen Blog verfassen, vielleicht werden es am Ende der Reise gegen 100 sein. Erste Voraussetzung ist eine vernünftige Internet-Infrastruktur. Das Schiff ist mit dem neuesten „Starlink“ – System ausgerüstet. Jedoch sind z.B. mitten über dem Pazifik deren Satelliten wohl kaum erreichbar.
Das Thema rund um‘s Wetter spielte während dieser Woche eine (zu) grosse Rolle. Gab es ironischerweise sowohl auf der Hinfahrt wie auf der Rückfahrt während je eines Seetages von/nach Norwegen schöne, teils sonnige Phasen, empfingen uns die Fjorde mit dichten Wolken und teils anhaltendem Regen bei Temperaturen zwischen 12° und 15°. Der Vergleich, wo jemand über ein verlängertes Wochenende Zermatt gebucht hat, und dabei des schlechten Wetters wegen das Matterhorn nie zu sehen bekommt, kam in mir hoch. Die Schönheit der Fjord- Landschaft im Norden liess sich gut erahnen, manchmal gab es sogar eine Regenpause und ganz selten blinzelte gar kurz die Sonne durch. Wir hatten in weiser Voraussicht mit Ausnahme in der Stadt Bergen keine Touren im Voraus gebucht. Die Aussicht, in einem Bus mit 38 Anderen im Wolkengrau herumzufahren und lediglich an nebelverhangenen „view points“ anzuhalten, dafür happige >$ 90 p.P. zu zahlen, schreckte ab. So waren Ruth und ich sowohl in Haugesund wie auch in Skjolden und Olden jeweils solo zu Fuss unterwegs. Einige Bilder davon finden sich nachstehend. In Bergen freuten wir uns über die Aussicht einer geführten, flotten „Nordic Walking Tour“. Enttäuschender Weise entpuppte es sich allerdings als Stadttour langsamen Schrittes, wo die „walking sticks“ nur hinderlich waren. Zudem waren gleich 2 Schiffe in Bergen, und somit quollen wohl mehr als 4‘000 Leute gleichzeitig durch die historischen Plätze der zweitgrössten Stadt Norwegens. Auf unserem Schiff fanden wir die vertrauten Cunard-Standards mitsamt eines top-ausgerüsteten Fitness-Centers, aber auch gewisse nervige Kleinigkeiten, alles in allem jedoch nicht der Rede wert. Diese Zeilen schreibe ich auf der Rückfahrt von Norwegen nach Southampton. Dort verbringen wir morgen Sonntag den Tag und planen den Besuch des Schifffahrtsmuseums. Am Montag wieder ein Seetag auf der Fahrt nach Hamburg, wo wir am Dienstagmorgen das Schiff verlassen, und mit dem ICE zurück nach Basel fahren. Trotz der widrigen Wetterumstände ziehen wir insgesamt ein positives Fazit aus dieser Reise.
Sunset aus unserer Kabine auf der Hinfahrt Richtung Norwegen.Der Jachthafen und Quai des Städtchens Haugesund.Auf dem Spaziergang zu einem Denkmal, das der Wikinger-Kultur gewidmet ist, passierten wir diese Stabkirche in typischer, nordischer Bauart. Es gibt davon noch 29 in Norwegen.Eine Wikinger – Statue.In Skjolden auf einer Anhöhe mit Blick auf den Fjord und unser Schiff. Es mahnte uns stark an den Urnersee. Im Generellen hat die Fjordlandschaft in Norwegen sehr viel Ähnlichkeit mit unseren Bergseen (Vierwaldstätter-, Thuner- Brienzersee).Die ganze Pracht der Queen Victoria in Skjolden.Es gibt hunderte grössere und kleinere Wasserfälle.Eine weitere Stabkirche in Olden.Inmitten einer Flusslandschaft, die in den Fjord mündet.Queen Victoria im Nieselregen.Das historische Bryggen-Quartier in Bergen (Unesco Weltkulturerbe)Das Gleiche von der gegenüberliegenden Seite.Enge Gassen, alles aus Holz. In all den Jahrhunderten sei Bryggen etwa 5x komplett abgebrannt (und wieder aufgebaut worden).Man mag das Touristen-Gedränge erahnen.Zum Ende unserer Kaffeepause erfreute sich zusätzlich ein anderes Lebewesen daran….
Während es in Kontinental-Europa wettermässig gerade von Hitzewelle zu Hitzewelle geht, ist es in England exakt umgekehrt. Regen und starker, zum Teil stürmischer Wind bei 18° bis 20° beherrschen in den 5 Tagen unseres Aufenthaltes das Geschehen. Der Ausflug am Donnerstag nach Salisbury war diesbezüglich noch einigermassen passabel. Die mehr als 400 Autokilometer am Freitag zum Besuch von Laura in der Nähe von Coventry fanden hingegen unter permanentem, strömendem Regen statt. Am Samstag regnet es fast nicht mehr, dafür stürmt es – für unsere Begriffe – extrem. So pfeift und zischt es in unserem Häuschen durch sämtliche Ritzen verbunden mit dem persistenten, grollenden Getöse des Sturms. Angesichts dessen verzichten wir heute auf den geplanten Ausflug auf die Isle of Wight. Stattdessen besuchen wir am Nachmittag Mike auf ein „cup of tea“. Mike war vor rund 50 Jahren ein Arbeitskollege bei Danzas – Basel. Wir haben den Kontakt in all der Zeit nie verloren und er (und Sally) wohnen nur etwa 45 Autominuten von Southampton entfernt. Morgen Sonntag ist ein Transfer-Tag. Das heisst: Am Morgen Koffer packen, danach den Mietwagen bei Avis zurückgeben, anschliessend per Taxi zum Cruise Terminal fahren, auf dem Schiff einchecken und Koffer wieder auspacken. Nachstehend einige bildliche Impressionen der vergangenen Tage.
Unser Häuschen leicht ausserhalb Southamptons.Fast direkt am Meeresarm gelegen, wo alle Schiffe, die nach Southampton kommen, passieren. Die Wiese ist ein Paradies für Hundehalter(innen).Der Marktplatz von Salisbury (nach einem Regenguss)Es gibt Kleingeschäfte verschiedenster Art, wie z.B. dieser Fischladen.Jahrhundertalte GebäudeEin weiteres BeispielUnd noch einesNiemand braucht Hunger und Durst zu leiden.Insgesamt rund 5 Stunden Fahrt bei solchen Verhältnissen zum Treffen mit Laura.Wir hatten eine tolle, dreistündige „lunch time“ in einer alten Mühle, die vor x-Jahren zu einem Pub und Restaurant umgewandelt wurde. Es gab viel zu erzählen.Mit Mike in seinem Garten hinter dem Haus.Die Grundmauern seines Anwesens sind 300 Jahre alt.In einer einsamen Gegend. Hier die Strasse, die zum Haus führt.Nach dem Tee sind wir für eine Stunde spazieren gegangen.Vorbei an jahrhundertalten EichenbäumenIn typischer Englischer Landschaft
Wir reisen am Mittwoch, 12. Juli nach England. Vier Tage wohnen wir in einem Airbnb in Southampton. Am Freitag besuchen wir Laura, die aktuell in der Nähe von Birmingham lebt (Ruth wohnte vor 50 Jahren bei der Familie von Laura in Palmers Green). Des Weiteren planen wir Besuche in Salisbury und auf der Isle of Wight. Am Sonntag schlussendlich beginnt ab Southampton unsere Kreuzfahrt mit der Queen Victoria zu den Norwegischen Fjorden. Sie endet in Hamburg am 25.07. Damit ist der letzte Teil unseres „cruise credits“ bei Cunard, resultierend aus einer abgebrochenen Reise im März 2020 wegen Corona, aufgebraucht.
Strahlender Sonnenschein heute Morgen bei der Ankunft im Hafen von Yokohama. Der erste Blick nach aussen offenbart bereits das Gigantische, was uns in den nächsten Tagen auf Schritt und Tritt begleiten wird.
Blickrichtung Tokyo vom Anlegepunkt im Hafen von YokohamaGanz hinten erkennt man die Umrisse des Mount Fuji.
Das Ausschiffen verlief relativ zügig und selbst die Grenzkontrolle war speditiv. Später per Taxi zu unserem Hotel (Nikko Grand, Daiba) zeigt sich bereits das enorme Verkehrsaufkommen, vor allem wegen des Schwerverkehrs. Als Tourist bewegt man sich in dieser Stadt am besten mittels dem weit verzweigten und alles in allem hervorragend funktionierenden Bahnsystems. So gelangten wir in ca. 45 Min. von unserem Hotel erstmal nach Shibuya. Das ist der Platz mitten im Herzen der Stadt, den man im TV immer im Zusammenhang mit Tokyo sieht, wo es etwa 6 breite Fussgängerstreifen hat, die – bei Grünphase – von x-100erten von Leuten überquert werden. Einmal im Leben muss man einfach mal diese Zebrastreifen passiert haben.
Zebrastreifen in Shibuya (1)Zebrastreifen in Shibuya (2)
Tokyo ist eine gigantische Stadt. Ja, es ist die Grösste, in der wir je waren (ca. 37 Mio. Menschen leben im Ballungsraum —> Wahnsinn). Überall hat es Menschen, Menschen, Menschen. Auch die legendäre “Druggede” in der Metro erlebten wir bereits am ersten Tag hautnah. Aber alles läuft sehr diszipliniert; Egoismus mag hier ein rares Fremdwort sein. Etwa 80% der Leute laufen – ob drinnen oder draussen – noch mit Maske umher. Seit Tagen leide ich unter einer hartnäckigen Stirnhöhlen-Enzündung; mein Kopf brummt wie ein Bienennest. Deshalb sind wir relativ früh wieder zurück im Hotel. Linderung verschafft u. A. der grossartige Ausblick aus dem 23. Stock auf einen Teil der nächtlichen Skyline.
Tokyo by night.
Ein weiterer Frühsommertag erwartet uns am Donnerstag. Wir fahren zum Asakura-Schrein der eine wichtige Kulturstätte darstellt. Dabei erleben wir einmal mehr “hautnah”, wie es sich – eingepfercht wie in einer Sardinenbüchse – am Rande der morgendlichen “rush hour” in der Metro anfühlt. Es sind – oh Wunder – schon sehr viele Leute beim Schrein (die nachfolgenden Fotos vermitteln einen anderen Eindruck). Rund herum hat es viele Shops und wir nehme die Gelegenheit wahr, für unsere Enkelkindern etwas ganz typisch Japanisches zu erwerben. Hoffentlich haben sie – resp. ihre Mütter – Freude daran…
Beim Asakura – Schrein.Am Eingang des Schreins.Der Eingang aus einiger Entfernung.
Danach spazierten wir ein wenig im nahe gelegenen Park; der Tokyo-Tower stets in Sichtweite.
Der Park gleicht ein wenig unserem geliebten Regents-Park.
Weiter ging es zum Hauptbahnhof von Tokyo. Das Bauwerk wurde vom gleichen Architekten entworfen, der auch das Parlamentsgebäude in Taipei schuf. Wahrscheinlich dominierte dieser Komplex hier in Tokyo vor 50 Jahren die Gegend. Nun wurde er mannigfaltig von Dutzenden von Wolkenkratzern überholt. Irgendwie hat das Gebäude doch seinen Charme erhalten können.
Von einem Balkon einer Shopping-Mall sieht man den oberirdischen Eingang zum Bahnhof. Die meisten Leute kommen allerdings via unterirdisch gebaute, grosse Gänge zu den Geleisen. Auch der motorisierte Verkehr ist äusserst moderat, dafür kommen unten gleich etwa 5 U-Bahnlinien dort vorbei. Wir hatten echt Mühe, uns “unter der Erde” in all den grossen Hallen und Gängen zurecht zu finden. In der Mall, von wo das Bild stammt, sind auf 5 Stockwerken viele spezialisierte Läden beheimatet. Ruth war rund 1 Stunde damit beschäftigt, allerlei Tüchlein, Socken und sonstig Stoffartiges zu “posten”.Der japanische TGV, genannt “Shingkansen” wartet auf das Abfahrtsignal. Er braust jeweils mit bis zu 500 KM/H Richtung Kyoto oder Osaka.
Unser Abreisetag startete für mich mit einer Fitness-Session im Hotel- eigenen Fitness-Center. (Unser Rückflug ist erst auf 21.50h Ortszeit terminiert —-> mit Finnair über den Nordpol nach Helsinki in 13 Stunden und nach 3 Std. warten Weiterflug für weitere 2 Std. nach Zürich, Ankunft, Samstag um 09.45h). Nach ausgiebigem Frühstück sind wir etwa 3 Stunden in der Gegend, wo unser Hotel liegt, spazieren gegangen. Wir bewegten uns inmitten eines ultra-modernen Geländes, wo schwerpunktmässig Forschung im Bereich neuer Technologien stattfindet. Alles ähnelt dem Novartis-Campus bei uns. Es herrschten abermals früh sommerliche Temperaturen.
Nach einem letzten Blick zur Rainbow-Bridge fahren wir mit dem Shuttle-Bus zum Haneda-Flughafen.
Diese Zeilen schreibe ich am Abend in der Sky-Lounge des Flughafens, wo es eine super-schnelle Internet-Verbindung gibt (5x schneller als bei uns Zuhause, was etwas heissen will….). Endlich konnte ich damit auch den 10-minütigen Film der Strassenszene in Saigon hochladen und publizieren. Allen Leserinnen und Lesern empfehle ich, sich diese 10 Minuten (inkl. Ton) ausführlich zu Gemüte zu führen.
Japan hat uns sehr gefallen. Stichworte sind (nicht abschließend): Höflichkeit, fehlender Egoismus, Sauberkeit, WC-Kultur, Infrastruktur, vornehme Zurückhaltung, wohlerzogene Kinder.
Das Fazit dieser Reise ist äusserst positiv. Natürlich spielt dabei eine grosse Rolle, dass wir stets sehr komfortabel, teils luxuriös gewohnt haben, und dadurch die Unbill, deren man in Asien fast zwangsläufig stets ausgesetzt ist, meist elegant umschiffen konnten.
Unsere nächste, grössere Reise führt uns Mitte Juli 23 nach Süd-England und von dort mit der Queen Victoria von Cunard während 10 Tagen zum Ziel Norwegische Fjorde und zurück bis nach Hamburg (und von dort weiter per Bahn nach Hause).
Ab heute bis zu unserem Abflug am 21. April sind wir in Japan. Die Zollformalitäten für die Einreise wurden am Vormittag, auf dem Schiff im Hafen der Insel Ishigaki, durchgeführt. Alle Passagiere (und auch die gesamte Schiffs-Crew) mussten das Prozedere durchlaufen. Dieses beinhaltete das Messen der Körpertemperatur (via einen Scanner aus der Ferne ohne physischen Kontakt), dem – vorzeitigen – Ausfüllen eines Formulars, dem Scannen von beiden Zeigefingerkuppen und natürlich eine Foto des Gesichts. Als “Belohnung” erhielt man einen Kleber im Pass der besagt, dass man in Japan einreisen darf. Vorgängig hatten wir bereits online unsere 3-fache Covid-Impfung zertifizieren müssen. Letztlich ein äusserst zeitaufwändiges Unterfangen, das uns den ganzen Vormittag kostete. Glücklicherweise hatten wir auch keinen Ausflug gebucht, da Ishigaki – mit Ausnahme von schönen Stränden und einer sauberen, aufgeräumten Stadt – nicht viel zu bieten hat. Es begann nämlich gegen 11.00h während rund 2 Stunden dermassen zu schütten, dass man auch mit Regenschutz oder Schirm tropfnass geworden wäre. Ruth und ich “vergnügten” uns stattdessen im Fitness-Center. Nachstehend ein Foto von unserem Balkon, wo man in der Ferne die Umrisse der Stadt Ishigaki sieht. Morgen auf Okinawa, soll das Wetter wieder besser sein und da haben wir auch eine organisierte Tour gebucht.
Ishigaki vom Schiffsbalkon aus gesehen.
Am nächsten Morgen bei der Ankunft auf der Insel Okinawa herrschte strahlend blaues Wetter. Der Hafen liegt in der Hauptstadt der Insel, genannt Naha (etwa 500’000 Einwohner). Der Kampf um die Insel Okinawa war eine der blutigsten Schlachten im 2. Weltkrieg. Naha wurde/musste ab 1946 völlig neu aufgebaut werden und es scheint, dass es dabei keinerlei fixe Bauvorschriften gab/gibt. Alles kreuz und quer, architektonisch kein Meisterwerk, allerdings sehr sauber und aufgeräumt (wie wahrscheinlich überall in Japan). Wir waren rechtzeitig bereit für unsere Tagestour, genannt “Naha Highlights”, aber die Hafenbehörde brauchte eine Stunde mehr als beabsichtigt, um das Schiff freizugeben. Die darauf folgende Einreisekontrolle (und spätere Ausreisekontrolle) waren rigoros mit dementsprechend langen Menschenschlangen. Der Ausflug total enttäuschend. Man fuhr uns einfach auf den höchsten Hügel der Stadt (ca. 150 ü. M.) wo sich ein Schrein befindet. Dort liess man uns ca. 1 Stunde frei herumlaufen, bevor man zurück ins Stadtzentrum gefahren wurde, wo wir 90 Min. auf der Haupteinkaufsstraße (die Läden und Shops sind auch sonntags offen) frei verweilen konnten. Mehr gibt es in Naha offensichtlich nicht punkto “hightlights”. Nachstehend Bilder vom Aussichtspunkt beim Schrein vom Panorama dieser Stadt.
Blick über die Stadt vom höchsten Aussichtspunkt.Es war schön und ca. 26° (trockene Wärme)
Jetzt folgen noch 2 Seetage, bevor wir am Mittwochmorgen in Yokohama das Schiff verlassen, um die letzten 2 Tage unserer Ferien in Tokyo zu verbringen.
Meine initialen Schritte in ein Land, wo man chinesisch spricht, zeigt mir als Erstes eine Tafel, die ich auch ohne Übersetzung hätte lesen können.
Im Terminal-Gebäude von Hualien. Für’s grosse Geschäft gibt es auch in modernen, öffentlichen Gebäuden nur Schüsseln am Boden (alleine beim Anblick stellt sich mir sofort eine Verstopfung ein…..Ruth erzählt; bei den Frauen sei es dasselbe, da gibt es auch beim kleinen Geschäft kein Entrinnen. Immerhin für Behinderte gäbe es Closets und die könne man benützen wenn frei).
Allerdings muss ich das Ganze gleich relativieren. Aktuell beherrsche ich – in Wort und Schrift – rund 600 Zeichen. Ein unterdurchschnittlich intelligenter Mensch kennt etwa 2’500 Zeichen, ein Normalsterblicher etwa 3’500 und ein Professor bis zu 7’000. Bis ich also überhaupt den Stand eines “Halbschlauen” erreicht habe, vergeht noch einige Zeit. Oder anders gesagt, käme ein Mensch in die Deutschschweiz und würde nur 6 Buchstaben des Alphabetes kennen, wäre er beim Lesen von Reklamen oder Zeitungsschlagzeilen wahrscheinlich auch so überfordert, wie ich es aktuell hier bin. Denn ich verstehe effektiv nur etwa jedes 6. erblickte Zeichen.
Lediglich 3 Zeichen waren für mich auf Anhieb zu entziffern….
Wir buchten eine Tour in den Taroko-Nationalpark. Man stelle sich eine Mischung aus Verzasca-Tal, Aare-Schlucht und Schöllenen (ohne Bahnstrecke und Autobahn) vor. Ein Schrein (siehe weiter unten) wurde den Arbeitern gewidmet, die seinerzeit beim Bau dieser Strasse, die letztlich durch den Berg hindurch auf die andere Seite nach Taipei führt, ums Leben kamen. Wir konnten für rund 30 Min. zu Fuss gehen und mussten dafür einen Helm tragen (wie witzig).
Der Schrein des Frühlings.
Weitere Bilder dieses Parks nachstehend. Gegen Mittag trübte es mehr und mehr ein. Allerdings immer noch bei mehr als 25° und weiterhin feuchtem Klima.
In dieser Jahreszeit hätte es immer wenig Wasser, sagte man uns.Aareschlucht auf Taiwan….
Am nächsten Morgen, das Schiff dockte pünktlich um 07.00h an, wir hatten schon um 06.30h Frühstück in der Kabine und standen punkt 07.15h “auf der Matte”, um als Erste das Schiff verlassen zu können. Denn um 08.55h war unser Termin beim Bike-Shop in der Innenstadt von Taipei, rund 35KM vom Hafen entfernt. Im Großraum leben rund 5 Mio. Menschen und man kann sich angesichts dessen das für unsere Begriffe nach wie vor abenteuerliche Verkehrsaufkommen einer morgendlichen “rush hour” gut vorstellen. Ein Taxi brachte uns für 35 US$ sicher und rechtzeitig ans Ziel.
Mitten in der Stadt Taipei. Es gibt auch hier Millionen von Töffs. Hingegen geht es nicht so brutal zu und her wie in Manila und auch nicht so “wuselig”, wie in Saigon.
Wir hatten via “get your guide” eine geführte Velotour durch Taipei gebucht. Bei stetigem Verkehrswirrwarr und stickigen 35° nicht gerade ein “Spazierfährtli” — vor allem für ältere Damen….(Ruth hat das hingegen bestens gemeistert, Gratulation!) Unser Guide (nachstehendes Bild, der Mann im braunen T-Shirt (Vater: Amerikaner, Mutter: Taiwanerin) hatte das voll im Griff. Er war insgesamt schlichtweg brillant; lud uns auch in einem Lokal zu einem taiwanesischen Frühstück ein (leider kein Bild vorhanden), das sehr speziell -, aber absolut lecker war.
Insgesamt waren wir 7 Personen (Ruth bemerkte, sie hätte altersmässig locker die Mutter aller Teilnehmer sein können…)Die Velos waren von sehr guter QualitätDurch solche Strassen fuhren wir mehrheitlich. Da gab es für Velos nicht mehr viel Platz.
Für uns (Hygiene-Fanatiker) immer wieder faszinierend, die “open sky” – Märkte, wo einfach alles, was kreucht und fleucht, verkauft wird.
Eisbein gefällig?Das sind Zitzen von Gießen oder Schafen………Vielleicht die Filiale der Metzgerei Jenzer in Taipei?
In der Mitte der Stadt befindet sich der Große Platz mit dem Mausoleum des Staatsgründers Chiang Kai-shek. Er sei heute nicht mehr beliebt im Lande (da er während fast 40 Jahren ein diktatorisches Regime anführte. Taiwan ist erst seit den späten 80er Jahren demokratisch.Weiteres bei Bedarf auf Wikipedia).
Der Staatsgründer Chiang Kai-shek in seinem Mausoleum, streng bewacht.Links und rechts 2 Konzertsäle gebaut im Tempelstil, in der Mitte das Tor zur Freiheit.Es war ein toller Tag mit mannigfaltigen Eindrücken.
Geschafft und irgendwie “ausgedörrt”, kehrten wir per Uber zu unserer Oase auf dem Schiff zurück und genossen auf unserem Privatbalkon Kaffee und Kuchen. What a good life!
Puerto Princesa liegt im südlichen Teil der lang gestreckten Insel der Palawanen-Gruppe. Die Stadt bietet nichts Sehenswertes. Hingegen erkennt man sofort die Zugehörigkeit zu einem klassischen Drittweltland afrikanischen Zuschnitts. Eine Faustregel sagt, je wirrer die Stromleitungen verlaufen, desto mehr 3. Welt.
Auch gibt es hier komisch aussehende Dreirad-Töffs, denen eine Art gedeckter Seitenwagen angebaut ist, womit man z.B. die ganze Familie und Güter jeglicher Art transportieren kann.
Wir verbringen einen Teil des Tages auf einer vorgelagerten Insel am Strand genannt “Honda-Beach”. Mit einem eher wackeligen Boot fahren wir ca. 20 Min. zu dieser Insel.
In Erwartung der Dinge…..Der Bootsführer und im Hintergrund eines dieser Boote
Die Honda Beach beherbergte viele Gäste. Es ist Ostersonntag, Die Familien treffen sich, essen, schwatzen etc. genau so wie bei uns. Das Wasser ist Badewanne warm, so ca 31° und die Lufttemperatur war mehr als 35° und wie immer sehr feucht. Nachstehend ein paar Impressionen.
“Bleichgesichter” aus dem Winter Europas sollten sich anfänglich immer gut zudecken, da man hier auch im Schatten einen gigantischen Sonnenbrand erleiden kann.
Am nächsten Morgen, die Manila-Bay sehr dunstig und stickig, (34°, Wassertemperatur 30°), hunderte Frachtschiffe vor Anker, warten auf Löschung. Manila sei ein absoluter Moloch, haben uns die philippinischen Mitarbeiter im Restaurant davor gewarnt. Hinzu komme ein wahrscheinlich weltweit einzigartiges Verkehrschaos. Wir haben eine Jeeepney-Tour gebucht. Jeepneys sind mit dem Vorbild amerikanischer Jeeps der Kriegsjahre 43-45 gebaute, und in der Länge gestrekte Fahrzeuge, wo man sich bei max. 15-16 Personen seitwärts, vis-a-vis gegenübersitzt.
Unser Jeepney. Später mussten wir in einen anderen umsteigen, weil das Gas klemmte und der 2. Gang defekt war. Die Autos sind technisch auf dem Stand der 30er-Jahre des vorherigen Jahrhunderts!Vor dem Start.
Alle Clichés von Manila bewahrheiteten sich, ja wurden gar übertroffen. Im Großraum leben 20 Mio. Menschen und es ist mit 45’000 Personen pro Km2 die am dichtest besiedelte Stadt der Welt. Der Verkehr ist unbeschreiblich, mir fehlen die Worte. Hätten wir nicht 2 Polizisten auf Motorrädern als Eskorte gehabt, die die insgesamt 3 Jeepneys unserer Gruppe (je 10 Personen pro Auto) mit zum Teil rabiaten Methoden durchgeschleust haben, hätte unsere Tour wohl niemals geendet. Bei Kreuzungen z.B. sind sie einfach in die Mitte gefahren, von allen Seiten musste man anhalten und nur unsere 3 Fahrzeuge konnten passieren. Nebst prunkvollen Gebäuden, Casinos usw. fährt man nur 1 bis 2 Min. später, immer am Rand lärmiger Strassen oder der Anflugschneise zum Flughafen an Slums übelster Sorte vorbei, wo Menschen in primitivsten Verhältnissen dahinvegetieren müssen. Noch nie habe ich in einer Stadt eine solch massive Diskrepanz zwischen Arm und Reich erlebt. Hinzu kommt der Unrat, der einfach nicht weggeräumt wird und der wahrscheinlich auch permanent “zum Himmel stinkt”.
Von weitem ein “vornehmes” Slum; es gibt noch viel schlimmere, z.B. zwischen 2 Autobahnen gelegen.Im Kontrast dazu ein Teil der Skyline. Man beachte den Unrat im Fluss (während wir bei uns Abfalltrennung praktizieren…..)
Wir besuchten zuerst eine Jeepney-Fabrik. Das sind grosse, offene Hallen, überall stehen zum Teil defekte Jeepneys. Am ölig-schwarzen Boden finden sich Getriebeteile, Motorblöcke; alles sehr unordentlich und ohne System. Es ist eine Werkstatt, wie sie in südlichen Ländern Europas vor etwa 80 Jahren ausgesehen haben mag.
Der Mann putzt eine Oelwanne, daneben, ein Teil eines Motorblocks. Es gibt keine Tische, alles wird am Boden erledigt.Er hat gerade ein Rad gewechselt (man beachte das Profil des “neuen” Reifens….)Das Cockpit eines Jeepneys.
Danach fuhren wir relativ zügig – Eskorte sei Dank – zurück in die Nähe des Hafens, wo der grosse Park mit der Statue des Nationalhelden namens Rizel steht. (Näheres zur Geschichte der Philippinen, siehe Wikipedia). Ebenfalls besuchten wir die größte, katholische Kirche des Landes (90% der Einwohner sind röm. katholisch. Die spanischen Besetzer hatten seinerzeit die Religion mitgebracht). Nach insgesamt 5 1/2 Stunden waren wir wieder zurück. Ruth und ich sind froh, Manila einmal – wenn auch nur am Rande – “erlebt” zu haben. Allerdings ein Mal genügt bei weitem……
Ein Teil der Skyline im Dunst zum Abschied (wohl für immer).
Heute ist ein Tag auf See und die kommenden 2 Tage (Do./Fr.) sind wir in Taiwan. Freue mich darauf.
Ho Chi Mingh City empfing uns nach rund 2 Stunden Fahrt vom 70KM entfernten Hafen mit all seinem unendlichen Gewusel. Es leben etwa 10 Mio. Menschen hier (und es hat 5 Millionen Töffs). Die Stadt hat sich in den letzten 12 Jahren (seit wir 2011 hier waren) enorm entwickelt. Moderne, neue Quartiere, wo in riesigen Wohnsilos x-tausende Leute wohnen. Die Innenstadt jedoch hat sich kaum verändert und es herrscht das – zwar bestens organisierte – aber für uns aus dem Westen unvorstellbare Verkehrs-Gebaren mit all den Töffs und Autos. Unsere Gruppe hatte die Gelegenheit, eine Fahrt in einer Rikscha während rund 30 Minuten zu erleben. Davon habe ich einen 10 Min. Film der nachstehend verknüpft wird. Man mag damit einen Eindruck erlangen, was hier tag- täglich los ist. Das Ganze bei 35° stickig, feucht, der Gestank von Abgasen und einem grossen Lärmpegel. Viel Kulturelles oder spezielle Bauwerke hat Saigon nicht zu bieten. Wir besuchen das Kriegsmuseum, einen chinesischen Tempel und das berühmte Postgebäude. Das Hotel Caravelle, wo wir 2011 die erste Nacht verbrachten, existiert auch noch.
Strassenszene in SaigonEingang zum Hotel CaravelleDas Postgebäude
In Nah Trang, einer Ortschaft, die etwa in der Mitte von Vietnam liegt, leben rund 1/2 Mio. Menschen. Der Tourismus spielt hier eine wichtige Rolle, weil es einen langen, feinen Sandstrand gibt. Wir sind allerdings ca. 30 Min. ins Landesinnere gefahren und haben in einem Dorf ausgelernt, wie man vietnamesische Frühlingsrollen macht und wie aus Reis resp. seiner Verarbeitung verschiedene Speisen hergestellt werden können. Auch haben wir – wiederum bei 36° – per Velo das Dorf samt seiner Umgebung erkunden können. Die Landwirtschaft, und im Speziellen der Reisanbau sind hier dominant. In kleinen Einheiten, wo vielleicht 2 – 3 Leute arbeiten, wird der Reis bearbeitet, um in den Verkauf zu gelangen.
Der Reis wird gesiebt.
Unser Schiff war mangels eines genügend grossen Hafens 300 Meter vor dem Ufer auf Anker.