25.-29. Januar // Seetage auf dem Weg nach Hawaii

Führt man sich vor Augen, dass es von San Francisco bis zur Inselgruppe von Hawaii 5 Tage dauert und damit ca. erst die Hälfte des Pazifiks in der Ost-West – Ausdehnung zurückgelegt ist, kann man sich die schiere Unendlichkeit dieses Ozeans besser vorstellen. Ein anderer Vergleich: Zwischen New York und Southampton dauert es ebenfalls 5 Seetage. Grob gesagt hätte also der Nordatlantik doppelt Platz im Pazifik. Letzterer umfasst eine Fläche in der Grösse von rund 1/3 der gesamten Erdoberfläche. Es scheint, dass wir mutterseelenallein hier sind, kein anderes Schiff, einfach gar nichts zu sehen ausser Meer, Meer und nochmals Meer. Die ersten 2 Tage und Nächte schrammte nördlich von uns eine Kaltfront durch und bescherte ruppige See, ca. 3 Meter hohe Wellen und ein unangenehmes Rollen und Schaukeln, das einem fast den Schlaf raubte. Da liegt man wach im Bett, die Zehen manchmal für kurze Zeit höher als der Kopf, darauf folgt ein gut hörbares Krachen, wenn der Bug des Schiffs in die nächste Welle schlägt, dabei wieder angehoben wird und der Kopf somit für einmal deutlich höher liegt als die Zehenspitze; in 20 Sekunden wiederholt sich das Ganze, scheinbar ohne Ende. In solchen Momenten kommt bei mir ein starkes „Nussschalengefühl“ auf, verbunden mit der Hoffnung, dass Mechanik und Motoren unseres Schiffes stabil bleiben und der Steuermann auf der Brücke alles im Griff hat.

Nebst dem obligaten täglichen Besuch des Fitnessraums lesen wir viel. Auch jassten wir an einem Tag den Differenzler unter uns vier Schweizer(innen).

Auch heute Sonntag ist die See nach wie vor „rocking and rolling“. Wenn der Sonntag auf einen Seetag fällt, ist es bei Regent Tradition, zwischen 10.00h und 13.00h einen „Sunday Brunch“ zu offerieren. Nie in meinem Leben habe ich je eine solch reichhaltige Auslage gesehen.

Von vielfältigem Sushi in bester Qualität über Kaviar plus Champagner, Crépes, Brote jeglicher Art gab es gar nichts, was man irgendwie hätte vermissen können.

Und auch das gab es……

Da heute einer meiner fleischlosen Tage ist, blieb mir einiges verwehrt (so auch ein Stück Spanferkel). Dafür mundete das Sushi umso mehr.

Morgen Montag ist der letzte Seetag auf dem Weg nach Hawaii. Danach folgen 4 Tage auf je einer der 4 Hauptinseln mit Ausflügen, Wanderungen und Geschichtlichem (Stichwort: Pearl Harbour). Am Samstag stechen wir wiederum für eine längere, 4 Tage dauernde, Überfahrt in See hinunter nach Französisch-Polynesien.

Ein Kommentar zu “25.-29. Januar // Seetage auf dem Weg nach Hawaii

  1. Sehr gerne und staunend, unfähig, mir solche Dimensionen punkto Grösse der Weltmeere auch nur ansatzweise vorstellen zu können, habe ich den neuesten Bericht gelesen. Grosses Kompliment an dich, Thomas. Du bist wahrlich ein sehr begabter Berichterstatter!
    Wenn ich mir die Schaukelei vorstelle – mir wird allein davon schon übel. Und die Bilder vom Sunday Brunch!! Sagenhaft. Gäbe es doch nur eine gerechte Verteilung für alle Erdenbewohner. So wünsche ich euch weiterhin gute Fahrt und freue mich auf den nächsten Bericht. Toll, dass wir Daheimgebliebenen mitgeniessen dürfen. DANKE!

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