São Tomé schlägt sie alle: Die Drittweltländer, in denen ich bis anhin gewesen bin —> im Negativen. Eine solch grassierende Armut ist mir noch nie begegnet. Es ist schlichtweg unbeschreiblich. An diesem sonnigen und warmen Sonntag (>30° bei hoher Luftfeuchtigkeit) waren sehr viele Leute unterwegs. Ob sie alle morgen Montag irgendwohin zur Arbeit fahren, darf allerdings stark bezweifelt werden. Auch sahen wir enorm viele Kinder auf der Strasse, beim Baden oder rund um die schitteren Hütten ihrer Familie. Was haben sie für eine Zukunft? Keine erspriessliche auf jeden Fall. Dabei wäre es landschaftlich wunderschön. Es hat Berge (wahrscheinlich vulkanischer Natur), alles rundherum bewaldet, Strände, ein ganzjährig tropisches Klima, Wassertemperatur gegen 30°. Erst 1975 wurde die Inselgruppe von Portugal unabhängig aber man hat das Gefühl, dass seither die Zeit stehengeblieben ist. Wir besuchten abermals ein Fort das als Nationalmuseum zeigt, wie die portugiesischen Herrscher gelebt haben und wie sie u.A. mit aufbegehrenden Eingeborenen umgegangen sind (dazu später mehr). Anschliessend fuhren wir zu einem Platz, wo eine Tanzvorführung orchestriert war und weiter auf den Unabhängigkeitsplatz wo uns ebenfalls mittels einer Vorführung der Unabhängigkeitskampf theatralisch vermittelt wurde.


In jenem Fort hatte es diverse Räumlichkeiten für die Herrschenden und u.A. auch eine Kapelle. Mitten im Hof befindet sich ein Deckel aus schwerem Eisenstahl.

Beim Öffnen sieht man eine rostige Leiter, die in ein dunkles Loch führt. Dort hinunter wurden die renitenten Eingeborenen, die sich z.B. weigerten, 18 Stunden auf den Plantagen für einen Hungerlohn zu ackern, hingebracht. Das Perfide, man kann sich das fast nicht vorstellen, und auch das Erklären fällt mir schwer. Die finsteren Verliesse waren nämlich mittels eines Tunnels mit dem Meer verbunden. Wenn die Leute abends dort eingesperrt wurden, herrschte Ebbe und im Laufe der Nacht, wenn die Flut hereinkam, flutete das Wasser den Raum und alle Insassen ertranken nach und nach in unvorstellbar qualvoller Art und Weise. Am Morgen räumte man die Leichen weg um Platz zu machen für die nächsten am Abend. Gleich neben dem Eingang zum Verliess liegt im Übrigen die Kapelle. Welch eine Schande und das alles im Namen Gottes!





Es folgt ein Seetag auf dem Weg nach Cotonou (Benin).

Bedrückend was ihr schreibt Heute und damals
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Es ist schier unglaublich, was da beschrieben wird. Eine Folterkammer inmitten einer schönen Natur. Nicht zu begreifen! Nicht zu er-fassen. Menschenrechte??? Sao Tomé, also Heiliger Thomas. Auch da schweigt bzw. schwieg die Kirche…………………krass, unbegreiflich wie so manches….
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