07. Mai // Cotonou (Benin)

Unsere heutige Tour führte uns an einen See und vom Ufer mit Booten zu einem grossen Dorf, das im Wasser auf Stelzen steht. Benin repräsentiert Schwarz-Afrika in perfekter Weise. Alle gängigen Clichés werden bedient. Auffallend hingegen war der Umstand, dass der Müssiggang, der in vielen Regionen im Afrikanischen Kontinent sehr dominant sichtbar -, hier weniger ausgeprägt daherkommt. In der Hauptstadt Cotonou leben rund 2.5 Mio. Menschen. Es gibt kein öffentliches Verkehrsmittel, dafür Millionen von Mopeds. Schliesst man die Augen und öffnet sie wieder wähnt man sich in Ho-Chi-Minh City. Etwa die Hälfte der Mopedfahrer trägt ein gelbes T-Shirt was bedeutet, dass sie Taxidienst verrichten. Diejenigen also, die sich kein Moped leisten könnten, besteigen für umgerechnet ein paar Rappen ein Taxi-Moped. Ebenfalls auffallend war eine rege Bautätigkeit von kleinen und grossen Häusern. Allerdings sind sie selten fertig gebaut. Man erkennt es daran, dass die Armierungseisen nach dem Parterre oder dem ersten Stock weiterhin nach oben ragen, das Parterre aber bereits bewohnt wird. Sobald wieder Geld vorhanden ist, wird weitergebaut, so einfach ist das…. Die Bilder nachstehend sprechen für sich.

Mit solchen Booten fuhren wir die rund 8KM in dieses Dorf genannt „Ganvie Village“.

Ganvie beherbergt rund 35‘000 Menschen. Der See ist nur rund 1.5 Meter tief. Es gibt keine Elektrizität und alle Ausscheidungen der Bewohner fliessen ungefiltert ins Wasser…… Ganvie wurde von Menschen errichtet, die seinerzeit vor den herrschenden Kolonialherren hierher geflüchtet waren. Das Leben war/ist zwar härter, man ernährte sich fast ausschliesslich vom Fischfang, dafür war man in gewisser Weise „befreit“ vor den Mächtigen.

Die Einwohner bewegen sich zu Wasser heute noch wie vor 200 Jahren.

Bei gewissen Häusern hat man den Eindruck, sie würden demnächst kollabieren.

andere kommen ganz „schiter“ daher

Ob das einem Sturm standhalten würde ?

„Kind und Kegel“ bewegen sich ausschliesslich per Boot

Morgen Mittwoch um 09.00h legen wir in Ghana an. Für uns folgt dort eine 8-stündige Tour zum Kakum Nationalpark.

2 Kommentare zu „07. Mai // Cotonou (Benin)

  1. Meine Güte – in der Tat sehr spezielle Unterkünfte…..die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, die Menschen dort kennen nichts anderes und sind wohl weitestgehend zufrieden mit ihrem Leben. Ich weiss aus Büchern, dass die Kolonialherren so manches hätten verbessern können….aber eben. Sehr eindrückliche Aufnahmen…besonders das eine ‚Haus‘, das wohl kaum einem Sturm lange standhalten könnte – wir sehen halt alles sowieso mit ganz anderen Augen an….nämlich mit jenen Augen, die von Geburt an nichts anderes kennen als eben unsere Welt. Es erstaunt nicht, dass es Menschen, die ein völlig anderes Leben als normal empfunden haben und dann hierher emigrieren, und das ist sicher verständlich, meinen, dass hier Milch und Honig fliessen. Es ist wohl genau so ein ‚Schock‘ für sie wie für euch Weltreisenden, die ihr etwas völlig anderes zu sehen bekommt. Sozusagen an der untersten Skala. Gute Weiterreise.

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  2. Cari Ruth und Thomas

    Mit euren Bildern wird mir immer bewusst, dass wir in einer sehr anderen Welt leben im Vergleich zu Millionen andern.

    Euch eine weitere interessante Zeit

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